Ab dem 1. Juli 2026 ist das risikoadaptierte Lungenkrebsscreening in Sachsen in allen drei Regionen – Chemnitz, Dresden und Leipzig – verfügbar.
Das neue Früherkennungsprogramm richtet sich an starke Raucher sowie ehemalige starke Raucher mit einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs im Alter von 50 bis 75 Jahren.
Lungenkrebs zählt zu den häufigsten bösartigen Krebserkrankungen in Deutschland. Jährlich erkranken über 58.000 Menschen. Da die Erkrankung in frühen Stadien häufig keine Beschwerden verursacht, wird sie oftmals erst spät diagnostiziert. Mit dem neuen Screeningprogramm sollen Tumoren bereits in einem frühen Stadium erkannt werden, wenn die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung deutlich höher sind.
Neben dem Alter zwischen 50 und 75 Jahren müssen starke Raucher mindestens 25 Jahre ohne lange Unterbrechung geraucht haben und einen Zigarettenkonsum von mindestens 15 sogenannten „Packungsjahren“ aufweisen (Packungsjahre: Zahl der pro Tag gerauchten Zigarettenpackungen multipliziert mit der Zahl der Raucherjahre). Trifft dies alles zu, kann ein strukturiertes Informationsgespräch durch einen qualifizierten Hausarzt oder Internisten in Anspruch genommen werden. In Sachsen haben sich bereits ca. 300 Ärzte qualifiziert.
Folgend kann der Hausarzt oder Internist einen Überweisungsschein und Bericht an einen Radiologen zur Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT) ausstellen. Die betroffenen Raucher wenden sich folgend zwecks Terminvereinbarung an eine radiologische Praxis, welche die LDCT durchführen darf. Diese stehen ab Juli in allen drei Regionen in Sachsen zur Verfügung und kooperieren mit Lungenkrebszentren. Die Untersuchung mittels LDCT ist in ein strukturiertes, qualitätsgesichertes Verfahren eingebunden. Die beteiligten Praxen und Einrichtungen haben gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KV Sachsen) die Voraussetzungen geschaffen, um das neue Früherkennungsprogramm flächendeckend umzusetzen.
Ein zentrales Qualitätsmerkmal des Programms ist die KI-gestützte Entscheidungsunterstützung bei der Befundung sowie die enge Zusammenarbeit mit den regionalen Lungenkrebszentren. Während die KI die strukturierte Auswertung der Bilddaten unterstützt, übernehmen die Lungenkrebszentren die qualitätsgesicherte Zweitbefundung bei verdächtigen Befunden. Dadurch wird eine hohe diagnostische Qualität und Sicherheit im gesamten Screeningprozess gewährleistet.
„Mit dem Lungenkrebsscreening steht Menschen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko erstmals ein strukturiertes und wissenschaftlich belegtes Früherkennungsangebot zur Verfügung. Die enge Zusammenarbeit zwischen den am Screening beteiligten Ärzten sowie den regionalen Lungenkrebszentren gewährleistet eine hohe Qualität der Diagnostik und schafft Sicherheit für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer“, erklärt Dr. Stefan Windau, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen.
V.i.S.d.P.: Dr. med. Stefan Windau
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