Persönlicher Abschied von Herrn Dr. med. Klaus Heckemann

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zum 31.12.2024 habe ich mein Amt als Vorstandsvorsitzender niedergelegt.

Es wurde eine einvernehmliche Regelung über die Beendigung meines noch bis Ende 2028 laufenden Dienstvertrages gefunden. Des Weiteren wurde vereinbart, dass ich die KVS für die nächsten Jahre noch beratend unterstütze.

Sicher sind Ihnen Allen die seit dem August 24 stattgehabten Entwicklungen zumindest in den Grundzügen bekannt, sie sollen deshalb jetzt nicht noch einmal thematisiert werden.

Nur so viel: Es ging im Grunde nie um die Verwendung eines umstrittenen Wortes, sondern um politische Mißliebigkeit und ich hoffe, dass auch wieder Zeiten kommen, in denen in unserem Land solche Denunziationen nicht mehr erfolgreich sind.

Die auf der folgenden Seite abgedruckte Erklärung hat es mir ermöglicht, dem obigen Procedere zuzustimmen.

Viele von Ihnen kennen die Fälle, in denen Patienten ihren eigenen Nachruf selbst verfassen, ein wenig ist das hier auch so.

Im Jahr 1988 hatte ich die Praxis meines 1986 verstorbenen Vaters übernommen. Da ich zur Wendezeit der jüngste niedergelassene Arzt im Bezirk Dresden war, lag ein Engagement für den Aufbau der KV nahe. Direkt „schuld“ daran war die Gynäkologin Frau Dr. Link, die mich damals als Stellvertreter von Dr. Baumann für die Bezirksstelle Dresden vorschlug.

Seitdem war die KV ein wesentlicher Teil meines Lebens und auch des Lebens meiner Ehefrau, der ich an dieser Stelle ausdrücklich für das große Verständnis für die vielen Stunden und Tage meiner Abwesenheit danke. Ich bin sehr froh, dass unsere in den 90er Jahren geborenen Kinder offensichtlich trotz eher geringerem Vaterkontakt einen sehr guten Weg in Ihrem Leben gefunden haben und uns viel Freude machen.

Für mich kann ich die Leitlinien meines Handelns bei der KV einfach zusammenfassen: 1. Niemals pro domo, 2. Fairness allen gegenüber

Ich muss mir bei der Bilanz meines Lebens sicher selbst manchen Vorwurf machen, allerdings in keinem Fall den des Opportunismus – was vielleicht auch mit zu diesem vorzeitigen Abschied geführt hat.

Ich verlasse die KV in einer sehr schwierigen Zeit. Es sind leider in unserem Land - auch auf Grund erheblicher politischer Fehlentscheidungen - zum heutigen Zeitpunkt schon ganz klar absehbare Probleme in der Folge des Niedergangs unserer Wirtschaft zu erwarten. Ich hoffe, dass dies die politische Stabilität der Bundesrepublik Deutschland nicht nennenswert beschädigt. Dies alles kann und wird aber auch an den ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzten nicht spurlos vorbeigehen.

Einem zu wählenden Nachfolger wünsche ich viel Glück und Standhaftigkeit in den zu erwartenden Stürmen.

Ihnen allen vielen Dank für das langjährige Vertrauen

Auf Wiedersehen

Ihr Klaus Heckemann

Dies ist ein persönlicher, von der KV Sachsen nicht redigierter Text von Dr. Heckemann.