Die ärztliche Bescheinigung bei Erkrankung eines Kindes (Muster 21) kann seit dem 18. Dezember 2023 nach telefonischer Anamnese für einen Zeitraum von bis zu 5 Kalendertagen ausgestellt werden. Die Regelung ist vorerst bis zum 30. Juni 2024 befristet.

Eine entsprechende Vereinbarung haben die KBV und der GKV-Spitzenverband getroffen und darin die entsprechenden Details formuliert.

Das Ausstellen des Musters 21 nach telefonischer Anamnese ist möglich, wenn:

  • das erkrankte Kind in der Praxis aufgrund früherer Behandlung bekannt ist.

  • eine Videosprechstunde nicht möglich ist (aus technischen oder persönlichen Gründen).

  • keine schweren Symptomatiken vorliegen.

Ist eine weitere Bescheinigung erforderlich, muss der Vertragsarzt das erkrankte Kind in der Praxis oder per Hausbesuch untersucht haben, bevor eine Folgebescheinigung per Telefon ausgestellt werden kann.

Die Eltern des erkrankten Kindes haben keinen Anspruch auf eine telefonische Behandlung (Anamnese und ggf. Bescheinigung der Erkrankung). Die Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Ist keine sichere Beurteilung der Erkrankung nach telefonischer Anamnese möglich, muss eine persönliche Untersuchung in der Praxis stattfinden.

Die notwendige Authentifizierung des Kindes beziehungsweise eines Elternteils erfolgt über einen Abgleich mit den Daten der Versichertenkarte sowie der telefonischen Abfrage von Patientendaten.

Abrechnung

Sofern im Quartal ausschließlich ein telefonischer Kontakt erfolgt, ist nur die GOP 01435 berechnungsfähig, auch im Falle mehrerer ausschließlich telefonischer Kontakte im Quartal ist die GOP 01435 pro Quartal nur 1 Mal abrechnungsfähig.

Findet bzw. fand im Quartal neben dem telefonischen Kontakt ein Arzt-Patienten-Kontakt in der Praxis statt, so kann die Versicherten- bzw. Grundpauschale abgerechnet werden (eine zusätzliche Abrechnung der GOP 01435 ist ausgeschlossen).

Für den Versand der AU-Bescheinigung an den Patienten kann das Porto über die Kostenpauschale 40129 abgerechnet werden. Die Kostenpauschale 40129 wurde extra hierfür um den Leistungsinhalt des telefonischen Patientenkontaktes erweitert. Ein entsprechender Beschluss des Bewertungsausschusses liegt vorerst bis zum 30. Juni 2024 vor.

Elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte ist für das Ausstellen der telefonischen Bescheinigung Muster 21 nicht erforderlich.

War das erkrankte Kind bereits in dem Quartal bereits mit seiner eGK in der Praxis, liegen die Versichertendaten vor. Finden in dem Quartal ausschließlich telefonische Konsultationen statt, muss die elektronische Gesundheitskarte nicht eingelesen werden. In diesem Fall übernimmt die Praxis die Versichertendaten für die Abrechnung im Ersatzverfahren aus der Akte des Patienten.

Verordnung/mau/bil