Hochkarätige Diskussion zur Zukunft der ambulanten Versorgung in Sachsen.

Dresden, 13.03.2026 – Wie kann eine zukunftsfähige ambulante ärztliche Versorgung im Spannungsfeld zwischen Patientenwohl und steigendem Kostendruck gelingen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „KVimpuls 2026“, zu der die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KV Sachsen) am Mittwoch in den Löwensaal Dresden eingeladen hatte. Rund um das Leitthema „Gesundheit 2035“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Selbstverwaltung und Gesundheitswesen über Perspektiven und notwendige Weichenstellungen für die kommenden Jahre.

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Prof. Stephen Gilbert, Professor für Medical Device Regulatory Science am Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit an der TU Dresden mit einem Impulsvortrag zum Thema: "Digitale Gesundheit, KI und neue Behandlungspfade: Ablenkung, Geldverschwendung, Bedrohung für Patienten und unser Gesundheitssystem oder Chance?"

In der anschließenden Podiumsdiskussion beleuchteten Dr. med. Stefan Windau, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen, Dorothee Obst, Bürgermeisterin der Stadt Kirchberg und Mitglied des Kreistages (Freie Wähler), Tom Unger, MdL (CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag), Peter Voigt vom Verband der Ersatzkassen (vdek) sowie weitere Expertinnen und Experten zentrale Herausforderungen der ambulanten Versorgung. Dabei ging es unter anderem um die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum, um sektorenübergreifende Zusammenarbeit, um Finanzierungsfragen sowie um den sinnvollen Einsatz digitaler Anwendungen.

Dr. med. Stefan Windau, Vorstandsvorsitzende der KV Sachsen, betonte: „Die ambulante Versorgung in Sachsen steht vor großen Herausforderungen. Unsere niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sind die zentrale Basis einer wohnortnahen, verlässlichen medizinischen Betreuung – besonders im ländlichen Raum. Gleichzeitig brauchen wir sinnvolle Strukturreformen und deutlich weniger Bürokratie. Dazu gehört auch eine verbindliche, koordinierte Patientensteuerung, die Patienten gezielt durch das System führt und so Qualität, Effizienz und Versorgungssicherheit verbessert. Bis 2035 wird unsere Gesellschaft älter und multimorbider sein – darauf müssen wir uns schon heute vorbereiten. Dafür müssen wir mit dem nötigen Mut bereit sein, neue Wege zu gehen – gemeinsam und im guten Austausch mit allen Akteuren in Politik und Gesundheitswesen. Digitalisierung und auch Künstliche Intelligenz können dabei wichtige Werkzeuge sein, sie ersetzen aber nicht die Zuwendung und Menschlichkeit der Medizin.“

Dr. med. Manuela Sipli, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Sachsen, ging neben den Chancen der Digitalisierung und KI auch auf die wachsende Bedeutung der Prävention ein: „Unser Gesundheitssystem steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Wir müssen Prävention stärken, Digitalisierung konsequent sinnvoll nutzen und Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll einsetzen. Elektronische Patientenakten, vernetzte Daten und intelligente Assistenzsysteme können Diagnostik und Versorgung spürbar verbessern und Ärztinnen und Ärzte entlasten. Gleichzeitig müssen wir weg von einer reinen Reparaturmedizin und in eine echte Präventionskultur investieren, die Krankheiten verhindert, Lebensqualität erhöht und Ressourcen schont. Als KV Sachsen wollen wir diesen gesellschaftlichen und technologischen Wandel im Gesundheitswesen partnerschaftlich, innovationsfreudig und mit klarem Fokus auf das Patientenwohl gestalten.“

Teilnehmer einer erweiterten Diskussionsrunde waren Erik Bodendieck (Präsident der Sächsischen Landesärztekammer), Dr. med. Andrea Brockel (Fachärztin für Allgemeinmedizin), Janko Haft
(Vorstandsmitglied der Krankenhausgesellschaft Sachsen und Kaufmännischer Direktor im Universitätsklinikum Dresden), Dr. Markus Reichel (Mitglied der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales). Es zeigte sich: Die Herausforderungen sind komplex, doch der Wille für gemeinsamen Lösungen ist vorhanden.

„KVimpuls 2026“ bot damit nicht nur Raum für fundierten fachlichen Austausch, sondern setzte zugleich ein deutliches Signal für eine konstruktive, sektorenübergreifende Zusammenarbeit im Interesse der Patientinnen und Patienten in Sachsen.

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V.i.S.d.P.: Dr. med. Stefan Windau
Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen