Austausch, Einblicke in die medizinische Ausbildung und die gemeinsame Perspektive für die ärztliche Versorgung in Sachsen standen im Mittelpunkt der Reise im Rahmen des Modellprojekts „Studieren in Europa – Zukunft in Sachsen“.

In der vergangenen Woche hat eine Delegation der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KV Sachsen) die ungarische Universitätsstadt Pécs besucht. Anlass war der Start des neuen Jahrgangs im Modellprojekt „Studieren in Europa – Zukunft in Sachsen“.

Für 26 neue Medizinstudentinnen und Medizinstudenten aus Sachsen beginnt mit dem Studium an der Universität Pécs ein besonderer Lebensabschnitt. Im Rahmen des Modellprojekts absolvieren sie dort ein deutschsprachiges Medizinstudium. Nach Studium und Weiterbildung sollen sie nach Sachsen zurückkehren und hier die ambulante medizinische Versorgung stärken.

Willkommen in Pécs

Zum Auftakt der Reise stand am 16. September die Willkommensveranstaltung für den neuen Jahrgang auf dem Programm. Für die 26 Studierenden ging es zunächst darum, anzukommen, wichtige Informationen rund um das Studium und das Modellprojekt zu erhalten und sich untereinander kennenzulernen. Neben einem persönlichen Erfahrungsbericht aus dem Studienalltag blieb viel Raum für Fragen und den Austausch mit den bereits in Pécs Studierenden.

Auch die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Sachsen, Dr. med. Manuela Sipli, begrüßte den neuen Jahrgang persönlich. Sachsens Sozialministerin Petra Köpping richtete sich zudem mit einer Videobotschaft an die angehenden Ärztinnen und Ärzte.

Dr. med. Manuela Sipli, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Sachsen, sagt: „Der Besuch in Pécs hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig die persönliche Begleitung unserer Studierenden ist. Mit dem Modellprojekt ‚Studieren in Europa – Zukunft in Sachsen‘ schaffen wir nicht nur die Möglichkeit für ein Medizinstudium in Europa, sondern verbinden dieses von Anfang an mit einer beruflichen Perspektive in Sachsen. Es freut mich besonders, die jungen Menschen auf ihrem Weg unterstützen zu dürfen und zu sehen, mit wie viel Engagement sie ihre Ausbildung beginnen. Unser gemeinsames Ziel ist klar: Nach Studium und Weiterbildung sollen sie als Ärztinnen und Ärzte nach Sachsen zurückkehren und hier die ambulante Versorgung stärken.“

Austausch mit Universität und Studenten

Am Donnerstag standen weitere Einblicke in den Studien- und Universitätsalltag auf dem Programm. Bei einer Führung durch das Anatomieinstitut und das Medi Skills Lab konnte sich die Delegation ein Bild von den beeindruckenden Ausbildungsbedingungen und den praktischen Lehrangeboten machen.

Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen mit dem Studierendenbüro und dem Studienreferat gab es Gelegenheit, sich über die Erfahrungen der Studierenden, den Studienalltag und die weitere Begleitung im Rahmen des Modellprojekts auszutauschen. Während des anschließenden Jahrgangstreffens, bei dem alle Studierenden des Modellprojektes mit den Teilnehmern der Delegation der KV Sachsen zusammenkamen, stand ebenso der gemeinsame Austausch im Mittelpunkt. Bei einer Teamchallenge konnten die Teilnehmer auf spielerische Weise eigene Hausarztpraxen gründen und sich dabei mit einem durchaus sehr ernsten Thema auseinandersetzen: der Bekämpfung ambulanter Unterversorgung. Zudem gab es auch Einblicke in die ärztliche Selbstverwaltung. Eine Stadtführung durch die Pécser Innenstadt bot die Möglichkeit, die Universitätsstadt auch abseits des Campus kennenzulernen.

Der „Weiße Kittel“ als besonderer Meilenstein

Ein besonderer Höhepunkt der Reise war am Freitag, dem 18. September, die „White Coat Ceremony“ in der Aula des Hauptgebäudes. Dabei erhielten die Studierenden, die ihr Physikum erfolgreich absolviert haben und nun in den klinischen Teil der Ausbildung übergehen, ihren weißen Arztkittel.

Der Kittel steht dabei für weit mehr als ein neues Kleidungsstück: Er ist ein Symbol für den ärztlichen Beruf und markiert einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur Ärztin oder zum Arzt. Für die Studierenden des Modellprojekts war die Zeremonie damit ein besonderer Moment nach den ersten intensiven Studienjahren in Pécs – und zugleich ein weiterer Schritt auf ihrem Weg zurück nach Sachsen.

Im Vorfeld der Zeremonie hatte die Delegation Gelegenheit, die Universitätsleitung einschließlich des Dekans zu treffen und wichtige Themen zu besprechen.

Studium in Europa – Zukunft in Sachsen

Das Modellprojekt „Studieren in Europa – Zukunft in Sachsen“ ermöglicht jungen Menschen aus Sachsen ein deutschsprachiges Medizinstudium an der Universität Pécs. Die KV Sachsen begleitet die Studierenden während ihrer Studienzeit und schafft frühzeitig eine Verbindung zu Sachsen und zur ambulanten Versorgung.

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Begleitung durch sächsische Arztpraxen. Die Studierenden erhalten dadurch bereits während ihres Studiums Einblicke in die ambulante Versorgung und können praktische Erfahrungen in ihrer späteren beruflichen Heimat sammeln. Nach dem Medizinstudium und der anschließenden Weiterbildung sollen die Nachwuchsmedizinerinnen und -mediziner nach Sachsen zurückkehren und hier ihre ärztliche Tätigkeit aufnehmen. Damit verbindet das Modellprojekt ein Studium in Europa mit einer langfristigen Perspektive für die medizinische Versorgung im Freistaat.

Die Reise nach Pécs hat diese Verbindung auf besondere Weise sichtbar gemacht: vom Empfang des neuen Jahrgangs über den persönlichen Austausch mit den Studierenden bis hin zur feierlichen Übergabe der weißen Kittel. Studium, persönliche Begleitung und die Perspektive auf eine ärztliche Tätigkeit in Sachsen gehören dabei von Beginn an zusammen.

Mit der Abreise am 19. September endete der Besuch der KV-Sachsen-Delegation in Pécs. Zurück bleiben zahlreiche persönliche Begegnungen und Eindrücke aus dem Studienalltag sowie die gemeinsame Perspektive für die kommenden Jahre: in Europa studieren und anschließend die medizinische Versorgung in Sachsen mitgestalten.

V.i.S.d.P.: Dr. med. Stefan Windau
Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen

Weitere Informationen

Fotos von der Reise nach Pécs finden Sie hier:
www.kvsachsen.de > Medienservice > Mediathek > Fotos

Website zum Modellprojekt „Studieren in Europa – Zukunft in Sachsen“:
https://www.nachwuchsaerzte-sachsen.de/ueber-das-projekt.html

 

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