Die medizinische Versorgung in der Oberlausitz erhält einen wichtigen Impuls: Zum 19. Mai 2026 eröffnete am Klinikum Oberlausitzer Bergland in Ebersbach-Neugersdorf eine neue dermatologische Eigenpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KV Sachsen).

Ziel ist es, die ambulante hautärztliche Versorgung in der Region nachhaltig zu stabilisieren und für die Bevölkerung wohnortnah zugänglich zu machen.

Bei der Eröffnungsveranstaltung am Freitag, dem 22. Mai 2026, wurde die neu eingerichtete dermatologische Eigenpraxis vorgestellt. Neben dem Vorstand der KV Sachsen, Dr. med. Stefan Windau und Dr. med. Manuela Sipli, sowie dem Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden (UKDD), vertreten durch Prof. Dr. med. Uwe Platzbecker, war auch das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Staatssekretärin Dagmar Neukirch vertreten. Des Weiteren waren Prof. Dr. med. Stefan Beissert, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie am UKDD, Vertreter des Klinikums Oberlausitzer Bergland, der Krankenkassen sowie die beiden in der Praxis tätigen Ärztinnen mit den Praxismitarbeiterinnen zugegen.

Die neue Praxis entstand auf Initiative der KV Sachsen und in enger Kooperation mit dem UKDD. Während das UKDD die ärztliche Expertise vor Ort bereitstellt und das Klinikum Oberlausitzer Bergland gGmbH den Kooperationspartnern die Praxisräumlichkeiten überlässt, übernimmt die KV Sachsen die Gesamtverantwortung für den Praxisbetrieb. Dieses Modell stärkt gezielt die Zusammenarbeit zwischen ambulanter und stationärer Versorgung und schafft eine zukunftsfähige Struktur für die Region.

In der Praxis werden allgemeine dermatologische Leistungen und allergologische Diagnostik und Behandlung angeboten. Die Versorgung erfolgt sowohl in Präsenz- als auch in Videosprechstunden. Ergänzend ist die Praxis in das telemedizinische Projekt „Dermatologisches Telekonsil“ eingebunden.

Gesundheitsministerin Petra Köpping: „Um auch in Zukunft eine wohnortnahe Versorgung aufrechtzuerhalten, müssen wir gemeinsam neue Ansätze entwickeln. Ich bin der KV Sachsen sehr dankbar für ihre Innovationskraft und ihr fortwährendes Engagement, die Versorgung im ländlichen Raum zu stärken. Das Modell verdeutlicht, dass wir Brücken zwischen ambulanter und stationärer Versorgung bauen können, wenn wir uns darauf fokussieren, was uns eint – Das Ziel, unsere Versorgungsstrukturen in Sachsen zukunftsfest und innovativ auszurichten.“

Dr. med. Stefan Windau, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen: „Die Sicherstellung der ambulanten Versorgung gehört zu den zentralen Aufgaben der KV Sachsen – gerade im ländlichen Raum stehen wir dabei vor großen Herausforderungen. Mit der neuen dermatologischen Eigenpraxis in Ebersbach-Neugersdorf schaffen wir gemeinsam mit unseren Partnern eine nachhaltige und zukunftsorientierte Lösung, um die Versorgung der Menschen in der Oberlausitz langfristig zu stärken. Besonders wichtig ist uns dabei, moderne Versorgungsstrukturen mit innovativen Ansätzen wie telemedizinischen Angeboten zu verbinden und die enge Zusammenarbeit zwischen ambulanter und stationärer Medizin weiter auszubauen. Kooperative Modelle wie dieses können ein wichtiger Schlüssel sein, um die medizinische Versorgung der Patienten zuverlässig zu sichern.“

Hintergrund der Initiative ist eine seit Oktober 2020 bestehende Unterversorgung im Bereich der hautärztlichen Betreuung im Planungsgebiet Löbau-Zittau. Trotz intensiver Bemühungen konnte bislang kein neuer Dermatologe für die eigene Niederlassung in der Region gewonnen werden. Die neue Eigenpraxis der KV Sachsen stellt daher einen kooperativen Versorgungsansatz dar, bei dem zwei Ärztinnen über das Universitätsklinikum Dresden im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung tätig werden.

„Die medizinische Versorgung von Menschen im ländlichen Raum ist eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre. Wir müssen gemeinsam sicherstellen, dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu Präventionsangeboten, moderner Diagnostik und Therapien haben. Die Universitätsmedizin Dresden sieht sich hier in der Verantwortung. Und die Möglichkeiten der Digitalisierung sind ein Schlüssel, um diese wahrzunehmen. Das neue dermatologische Angebot in Ebersbach-Neugersdorf ist beispielhaft dafür und kann Leuchtturm für weitere Kooperationen sein“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden.

Mit diesem Projekt setzen die Partner ein starkes Zeichen für neue Wege in der medizinischen Versorgung und reagieren gezielt auf die besonderen Herausforderungen im ländlichen Raum.

V.i.S.d.P.: Dr. med. Stefan Windau
Vorstandsvorsitzender

Fotos der Eröffnungsveranstaltung
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